
Rückenschmerzen zwischen Hoffnung, Angst und der Suche nach einer Lösung.

Menschen mit chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen verlieren nicht nur die Belastbarkeit, sondern häufig auch die Orientierung und das Vertrauen.
Starke Rückenschmerzen – da muss doch etwas kaputt sein. Doch dann die Enttäuschung beim Arzt, keine klar sichtbare Ursache respektive Erklärung für diese Schmerzen.
Ein MRT und eine Weiterweisung zum nächsten Spezialisten – Hoffnung keimt auf und doch auch schon diese leise Angst – was, wenn auch da nichts sichtbar wird.
Nach der Besprechung mit dem Arzt entsteht auch nicht die grosse Erleichterung. Oder irgendwie schon, denn aktuell ist nichts, was man operieren könnte. Doch danach kommt gleich wieder der Frust und die Angst, was ist jetzt der nächste Schritt? Wo finde ich denn endlich die notwendige Hilfe, wie geht es weiter, denn eines ist klar. Diese Rückenschmerzen halte ich so nicht mehr aus.
Wenn Schmerzen beginnen, das ganze Denken zu bestimmen
Meistens liegen schon mehrere Monate oder gar Jahre mit Schmerzen hinter den Betroffenen und in dieser Zeit beginnt sich nicht nur der Körper, sondern auch der Blick auf den eigenen Körper zu verändern.
Bewegungen werden unbewusst vorsichtiger. Der Fokus liegt ständig darauf, dass der Schmerz wieder auftaucht oder zurückkommt. Jede Bewegung und Aktivität wird vor und nach der Durchführung analysiert.
Warum chronische Rückenschmerzen oft mehr als nur den Rücken betreffen
Dadurch geht die Sicherheit verloren, das Nervensystem bleibt dauerhaft aufmerksam und das führt zu:
- Mehr Kontrolle.
- Mehr Anspannung.
- Weniger Vertrauen.
Was hingegen wieder weniger Bewegungsvielfalt bedeutet.
Gerade Menschen mit chronischen Rückenschmerzen ist nicht bewusst, dass dieser Schmerz nicht automatisch bedeutet, dass etwas kaputt ist.
Und genau deshalb reicht es oft nicht, Rückenschmerzen nur strukturell erklären zu wollen. Vor allem dann, wenn er beginnt, das ganze Denken und den Alltag zu bestimmen.
Warum die Suche nach der einen Ursache oft nicht ausreicht
Dabei bleibt die Suche nach der EINEN Ursache meistens erfolglos. Denn der Körper funktioniert nicht isoliert und Rückenschmerzen entstehen häufig aus dem Zusammenspiel von:
- Belastung
- Bewegungsverhalten
- Stress
- Anspannung
- Schutzmechanismen
- Schlaf
- Alltag
- und dem Nervensystem selbst
Deshalb reicht es meistens nicht, nur einzelne Strukturen zu betrachten. Wichtiger ist es, das Muster hinter den Beschwerden zu erkennen.
Damit wieder Orientierung entstehen kann und die Betroffenen beginnen zu verstehen, warum ihr Körper reagiert, wie er reagiert.
Denn Selbstwirksamkeit entsteht oft nicht dort, wo Schmerzen vollständig verschwinden. Sondern dort, wo Menschen beginnen, ihren Körper wieder zu verstehen.
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